Hochtouren für Einsteiger: Bin ich fit genug?

Du stellst dir wahrscheinlich Leute vor, die Marathon laufen oder dreimal pro Woche im Gym Beine trainieren, bevor sie auf einen Gletscher dürfen. Die Realität sieht anders aus. Die meisten Leute die bei uns ihre erste Hochtour machen, sind durchschnittlich fit und überschätzen trotzdem, was tatsächlich zählt, und unterschätzen die Dinge, an die sie gar nicht denken.

Skillup Hochtour (2)

Was ES bei einer Hochtour wirklich BRAUCHT

Du brauchst weder Sprint-Fitness, noch Maximalkraft. Eine Hochtour läuft über mehrere Stunden in einem konstanten, eher gemächlichen Tempo. Das was zählt ist nicht wie schnell du einen Hügel hochrennst, sondern ob du dieses Tempo über die ganze Tour halten kannst, ohne komplett auszupowern.

Der ehrliche Fitness-Check: passend zu unseren drei Kursen

Statt dir irgendeine Zahl aus zu googeln (oder Chatty zu fragen 😉 ), hier die tatsächlichen Anforderungen unserer drei Hochtouren-Kurse, damit du gleich siehst welcher zu deinem Level passt.

Hochtourenkurs für Einsteiger, 2 Tage, Sustenhorn
Ausdauer für eine Tour von 4 bis 5 Stunden, Tag 1 rund 900 Höhenmeter Aufstieg, Tag 2 rund 700 Höhenmeter Aufstieg plus 1600 Höhenmeter Abstieg. Das ist der sanfteste Einstieg von den drei, kürzere Tagesetappen, mehr Zeit zum Verschnaufen.

Hochtour Weekendkurs, 2 Tage, Wildhorn
Hier brauchst du Ausdauer für eine Tour von 6 bis 7 Stunden mit 950 Höhenmetern Aufstieg an einem Stück. Spürbar mehr Ausdauer gefordert als beim Einsteigerkurs, dafür auch eine kleinere Gruppe mit maximal 4 Personen.

Hochtour Weekendkurs, 3 Tage, Clariden und Planura
Gleiche Tagesanforderung wie beim Wildhorn-Kurs, 6 bis 7 Stunden und 950 Höhenmeter, aber an zwei Tagen in Folge ohne grossen Erholungstag dazwischen. Das ist der Kurs der am meisten Grundlagenausdauer braucht, nicht wegen der einzelnen Etappe, sondern weil du am zweiten Tag schon einen Tag in den Beinen hast.

Der Test den du dir selbst geben kannst: Geh eine Wanderung mit 700 bis 950 Höhenmetern am Stück, mit Tagesrucksack, in einem Tempo bei dem du dich noch normal unterhalten kannst ohne ausser Atem zu sein. Schaffst du das in 4 bis 7 Stunden ohne mehrfache lange Pausen, bist du fitnessmässig bereit, und die Zahl sagt dir auch gleich welcher unserer drei Kurse realistisch dein Startpunkt ist.

Was Fitness allein nicht entscheidet

Hier liegt der eigentliche Denkfehler. Die meisten glauben, Fitness ist die ganze Gleichung. Ist sie nicht.

Technische Fähigkeiten wie Steigeisengehen, Pickeleinsatz und Abseilen lernst du bei allen drei Kursen direkt vor Ort von Patrick oder Lars, nicht vorher im Training. Das gehört explizit zum Kursinhalt, niemand erwartet dass du das schon kannst.

Zwei andere Faktoren entscheiden mindestens so stark mit, und beide haben nichts mit deiner Kondition zu tun:

Skillup Hochtour 3

Höhenanpassung: die Anzeichen auf die du achten solltest

Unsere Touren bewegen sich zwischen rund 2900 und 3300 Metern. Nicht Himalaya-Bereich, aber hoch genug dass eine milde Höhenanpassungsreaktion vorkommen kann, vor allem weil du an einem Tag relativ schnell auf Hüttenhöhe aufsteigst und dort übernachtest.

Harmlose, häufige Anzeichen, trotzdem besser dem Bergführer melden:
– Leichte Kopfschmerzen
– Flaues Gefühl im Magen
– Ungewöhnliche Müdigkeit über die normale Anstrengung hinaus
– Schlechter Schlaf in der Hütte
– Weniger Appetit als sonst

Seltenere Warnzeichen, sofort melden statt wegzulächeln:
Schwindel der nicht weggeht
– Gleichgewichtsprobleme
– Ungewöhnliche Verwirrtheit
– Atemnot, die auch in Ruhe bleibt

Diese Warnzeichen sind unterhalb von 3500 Metern selten, aber genau deshalb wichtig sofort zu melden. Patrick und Lars sehen sie oft früher als du selbst und können das Tempo anpassen oder im Zweifel umdrehen. Deine Gesundheit geht in jedem Fall vor!

MENTALE Stabilität im exponierten Gelände

Das ist der Punkt den die meisten vergessen. Du kannst topfit sein und trotzdem an einer ausgesetzten Stelle, einem schmalen Grat oder beim Übergang über eine Gletscherspalte merken, dass dein Kopf nicht mitmacht.

Typische Anzeichen:
– Plötzliches Einfrieren mitten in der Bewegung
– Viel zu fester Griff am Pickel oder Seil
– Tunnelblick, der nur noch die nächsten zwei Schritte sieht
– Ein Gedankenkarussell, das lauter wird je länger du stehen bleibst

Kein Charakterfehler, passiert auch erfahrenen Leuten, meistens wenn die exponierte Stelle länger dauert als erwartet. Ein guter Bergführer erkennt das Einfrieren bevor es sich festsetzt, passt Tempo und Ansprache an, und gibt dir die nächsten Schritte statt der ganzen ausgesetzten Strecke auf einmal. Falls dir so eine Situation schonmal vorgekommen ist, sag das am besten gleich zu Beginn der Tour dem Bergführer.

Häufige Fragen

Muss ich vorher schon Hochtourenerfahrung haben? Nein, bei keinem der drei Skillup Kurse. Steigeisen-, Pickel- und Abseiltechnik werden dir direkt vor Ort gezeigt.

Welcher Hochtouren-Kurs ist der richtige Einstieg für mich? Der 2-Tageskurs am Sustenhorn mit kürzeren Tagesetappen von 4 bis 5 Stunden ist der sanfteste Start. Die beiden Weekend-Kurse am Wildhorn oder Clariden und Planura verlangen mit 6 bis 7 Stunden und 950 Höhenmetern pro Tag spürbar mehr Ausdauer.

Was kostet eine geführte Hochtour für Einsteiger bei Skillup? Je nach Kurslänge zwischen CHF 540 für den 2-Tageskurs und CHF 830 für den 3-Tage Weekendkurs, jeweils inklusive Hüttenübernachtung mit Halbpension.

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